Lions-Club und Ursel-Steinberg-Verein verschenken 75 Weihnachtsbäume

Die Heldenbäume werden auf dem Gelände des KUNST-WERK Neheim übergeben. (v.l.n.r. Gerd Wiedemann, Marita Gerwin, Christoph Meinschäfer, Jens Steinberg, Amal ElHadri) Foto: Thora

Die Corona-Zeit verlangt einem einiges ab – denn ob privat oder beruflich: Ein jeder muss sich konsequent umstellen und viele seiner Gewohnheiten bei Seite schieben. Insbesondere die Kontakte mindern – bestenfalls so viele Kontakte wie nur möglich meiden. Gerade im Bereich der bildenden, sozialen und/oder pflegerischen Arbeit ist dies aber schier unmöglich.


Denn ob in der Schule, in der Altenpflege, im Krankenhaus, in der Flüchtlingshilfe oder auch in vielen weiteren Einrichtungen des sozialen Zweigs spielen persönliche Kontakte in der Betreuung bzw. Unterstützung eine fundamentale Rolle. Das persönliche Weiterkommen und Wohlbefinden steigt und fällt mit sozialen Bindungen. Trotzdem! Corona hält die Menschen nicht davon ab, ihren engagierten Kurs fortzusetzen.

Im April 2020 entschieden Christoph Meinschäfer (Lions-Club Neheim-Hüsten) und Jens Steinberg (Ursel Steinberg Verein zur Förderung sozial benachteiligter Menschen e.V.) daher, gemeinsam die Aktion “Heldentage” ins Leben zu rufen – eine für Herbst 2020 geplante, große Dankesfeier, um das Engagement der Helfer in der Corona-Zeit zu würdigen. Jedermann konnte seinen ganz persönlichen “Alltagshelden” vorschlagen – alle Nominierten wären dann gemeinsam mit ihren Familien zu einer Dankesfeier eingeladen worden.
Leider lässt das weiterhin kreuz und quer wütende Coronavirus eine solch große Feierlichkeit nicht zu – und so musste umgedacht werden.

“Engel auf Erden”

Um den “Alltagshelden” dennoch eine Freude zu machen, entschieden sich der Lions-Club und der Ursel Steinberg e.V. dazu, die ohnehin laufende Aktion des “Lions- Club Weihnachtsbaumverkaufs zugunsten sozialer Projekte” zu verknüpfen und allen nominierten Menschen einen “Heldenbaum” zu schenken.

Und so fand auf dem Gelände des KUNST-WERK Neheim eine kleine zeremonielle Übergabe der über zwei Meter großen “Heldenbäume” statt – selbstverständlich mit manierlichem Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung, jedoch ohne Kaffee und Kuchen.

Doch wer sind die Menschen, die nominiert wurden?

Da wäre einmal Amal ElHadri zu nennen, die innerhalb einer Email als “Engel auf Erden” bezeichnet wurde, weil sie Barmherzigkeit und Nächstenliebe ausstrahlt. Sie wurde nominiert, weil sie sich für keinen Job der Welt zu schade ist, um Menschen zu unterstützen und ihnen ein paar schöne Momente zu schenken.

100-Jähriger nominiert

Unter den Nominierten befanden sich, neben dem Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Hartmut Humpert vom Gesundheitsamt des HSK, Provita, das Betreute Wohnen in Hüsten oder auch die Lebenshilfe viele Menschen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. So zum Beispiel auch Erzieher einer Wohngruppe, die tagtäglich erleben, wie sich die Lockdowns auf die Kinder und Jugendlichen auswirken. Oder auch die Hausmeister in den Arnsberger Flüchtlingsunterkünften sowie viele Ehrenamtliche, die für die Geflüchteten da sind und auch während der Corona-Zeit Ansprechpartner blieben. Des Weiteren wurden Lehrer/innen, Ärzte, Pflegekräfte, ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafel oder auch eine Familie, die ihr Kind mit Behinderung alleine pflegen (in Vertretung für all die Familien, die unter besonderer psychischer und auch physischer Belastung stehen), das Jugendzentrum Hüsten, die Weihnachtsbäckerei für “Gemeinsam gegen Einsam” und, und, und nominiert.

Walter Rupert, fast 100 Jahre alt, ist der älteste Nominierte. Ein Mensch, der sich 18 Jahre lang aufopferungsvoll um seine an Demenz erkrankte Ehefrau kümmerte.

Telefonkette und viele weitere tolle Aktionen

Er spielte sechs Jahre lang mit einem ebenfalls an Demenz erkrankten Mann jeden Donnerstag Schach und kaufte sich erst kürzlich ein Tablet, damit er in die digitale Welt einsteigen kann.

Es wurden weiterhin Aktionen gekürt wie die Telefonkette, die Marita Gerwin Anfang des ersten Lockdowns ins Leben rief, oder auch die Programmierung einer informativen und praktischen Internetseite von Patrick Burchard, auf der es aktuelle Corona-Infos gab sowie Händler und Gastronomen ihre Onlineshops und -dienste publizieren konnten. Auch das Zurechtschneiden etlicher Masken-Stoffe, als “Arnsberg näht” die Menschen mit Alltagsmasken ausstattete, wurde genannt, ebenso wie die über 10000 gebackenen Kekse, die an 830 Menschen verteilt wurden.

Von den insgesamt 75 nominierten Menschen waren Corona bedingt natürlich nicht alle vor Ort. Die Anwesenden nahmen ihren Heldenbaum direkt mit nach Hause. Allen anderen, darunter beispielsweise auch Walter Rupert, wurde der Heldenbaum direkt im Anschluss nach Hause gebracht.

Bericht in der Westfalenpost Arnsberg-Sundern vom 19.12.2020