Marita Gerwin, Schriftführerin des Förderverein Wendepunkt e.V. Arnsberg
Thora Meißner, Online-Redakteurin des Fördervereins Wendepunkt e.V. Arnsberg

Sechs Wochen sind vergangen, seit die Bundesregierung das Land “heruntergefahren” und die Kontaktsperre ausgesprochen hat.

Wochen, in denen jeder von uns vieles in seinem Leben vermisste.
Wochen, die uns allen nicht leicht gefallen sind.
Wochen, in denen trotz laufender Kontaktsperre auch Lockerungen durchgeführt wurden – Abschlussschüler besuchen wieder die Schulen, Ladengeschäfte bis 800 qm sind wieder geöffnet, sogar Möbelgeschäfte.
Wochen, in denen wir jedoch nicht -wie in vielen anderen Ländern- mit einer Ausgangssperre belegt wurden.
Wochen, in denen an unseren Verstand und unsere Solidarität appelliert wurde.
Wochen, in denen wir alles gegeben haben, um das Virus einzudämmen bzw. die Ansteckungswelle zu verlangsamen.

Das ist uns allen gelungen!

Doch mit den ersten Lockerungen stieg auch die Nachfrage und teils auch Forderung nach weiteren Lockerungen – die natürlich absolut verständlich, jedoch gleichzeitig auch ein Risiko sind. Immerhin sind Großveranstaltungen bereits bis Ende August 2020 ausgesetzt – nicht ohne Grund.

Auch die DCU (Deutsche Cricket Union) hat sich Gedanken zur derzeitigen Situation gemacht – und sich letztlich dazu entschlossen, die Ligaspiele in diesem Jahr abzusagen.
Die Meinungen über diesen Schritt sind zwiegespalten. Gut die Hälfte fand, dass die Entscheidung zu früh gefallen ist, die anderen konnten sie absolut nachvollziehen und standen dahinter.
So ergeht es nicht nur der DCU, sondern all denjenigen, die momentan noch keine Lockerungen für ihre Tätigkeit verzeichnen können.

Jeder wünscht sich Lockerungen, die einen selbst betreffen – keine Frage. Doch wenn alle Forderungen erfüllt werden würden, stünden wir im Nullkommanix wieder am Anfang – die Zahlen der täglichen “neuen Fälle” würde wieder steigen. Mit dem Unterschied, dass die Kontaktketten dann sicherlich nicht mehr unbedingt nachvollzogen werden könnten und wir das Virus nicht mehr unter Kontrolle bekämen.

Die Stadt Arnsberg wies am gestrigen Tag daraufhin, dass sich die Verstöße gegen die Corona-Regeln in den letzten Tagen erhöht haben und appellierte erneut. „Wir möchten die Menschen daher noch einmal eindringlich dafür sensibilisieren, sich an die geltenden Verbote zu halten und damit die Unterbrechung von Infektionsketten weiter zu unterstützen“, erklärt der Arnsberger Bürgermeister Ralf Paul Bittner. „Es wäre schön, wenn keine Sanktionierungen nötig sind, sondern die Menschen auf freiwilliger Basis verantwortungsbewusst handeln. Bitte halten Sie sich an das Verzehrverbot sowie das Verbot von Zusammenkünften und Ansammlungen und verzichten Sie auch auf alle zum 30. April und 1. Mai üblichen Unternehmungen!“

Lassen Sie uns noch etwas in Geduld üben, damit wir so schnell wie möglich unseren gewohnten Alltag zurückbekommen.