Am Kloster Wedinghausen fand jetzt der gemeinsame Austausch zur Umsetzung des Bundesprojektes „Chancenpatenschaften“ in Arnsberg auch mit Bürgermeister Ralf Paul Bittner statt.

Gemeinsamer Austausch von Paten, Politik und Verwaltung über das Ankommen in Arnsberg

Arnsberg. Wer in einer Stadt ankommen möchte, ohne Sprache und Kultur zu kennen, steht vor zahlreichen Hürden und Herausforderungen. Im Bundesprojekt „Alt und Jung Chancenpatenschaften“ kümmern sich seit fünf Jahren ältere Arnsbergerinnen und Arnsberger um Menschen, die in Arnsberg ankommen wollen.

Ob bei den Themen Sprachkurs, Wohnung, Behördengänge, Schule, Ausbildung oder Arbeitsplatz: überall stellen sich neue Fragen und müssen Antworten gefunden werden. Wie gut, wenn jemand mit viel Erfahrung zur Stelle ist, um bei all den großen und kleinen Fragen zu unterstützen. Ob es um das korrekte Antragsformular geht, den neuen Herd oder einen Versicherungsfall – oft kennen sich die Senior-Paten bereits aus und können schnell weiterhelfen.

In diesem Projekt fand jetzt ein Fachaustausch zwischen Praxis, Politik und Verwaltung statt. Zum Einstieg wurde der Film „Schaffen wir das?“ gezeigt, in dem Akteure aus den Chancenpatenschaften der Frage nachgehen, wo Deutschland in der Integration von Geflüchteten steht. „Ich bin stolz darauf, dass ganz Arnsberg vor fünf Jahren Verantwortung übernommen hat und sich mit unglaublich viel Engagement für die Integration von Geflüchteten eingesetzt hat. Was da Positives gewachsen ist, trägt bis heute, das kann man auch hier im Raum sehen.“, sagte Bürgermeister Ralf Paul Bittner beim Treffen mit Akteuren.

„Ich wusste überhaupt nicht, in welcher Stadt in Deutschland ich landen würde.“, erinnert sich der 21–jährige Nazrath, der vor 6 Jahren aus Afghanistan flüchtete. „Dass ich nach Arnsberg kam, war mein Glück!“. Denn hier traf er auf Unterstützung – und auf Karola. Sie begleitete ihn als Patin in seine erste WG, durch Schule und Ausbildung bis in den Beruf. Inzwischen hat er seine Ausbildung beendet. Den persönlichen Kontakt halten die beiden nach wie vor.

Nazrath und andere Teilnehmer der Patenschaften schilderten beim Austausch ihre Geschichten des Ankommens und die Rolle, die „ihre“ Patinnen und Paten dabei gespielt haben. Die gute und enge Kooperation zwischen Ehrenamtlichen, Pat*innen und dem Büro für Zuwanderung und Integration wurde dabei von allen Seiten gelobt.

Dabei geht die Unterstützung durchaus in beide Richtungen: Einmal unterstützen die Senior-Paten bei der Hausaufgaben-Betreuung, dann wieder versorgt ein Tandem-Partner eine Seniorin im Krankheitsfall mit den Einkäufen für die kommenden Tage. Es entstehen Beziehungen, die über die eigentliche Projektarbeit hinausgehen.

„Der Ansatz des Projektes ist für uns ein Erfolgsmodell. Erfahrene Arnsbergerinnen und Arnsberger übernehmen Mitverantwortung und stützen Geflüchtete mit ihrem Erfahrungswissen und zudem auch emotional“, sagt Martin Polenz, Leiter der Fachstelle Zukunft Alter.

Hintergrund:

Die Fachstelle Zukunft Alter hat in Arnsberg erfahrene Bürgerinnen und Bürger dafür gewonnen, Patenschaften für Geflüchtete zu übernehmen. Seit 2016 existieren diese Paten-Tandems inzwischen, gefördert durch das Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) setzt das Programm für die Seniorenbüros deutschlandweit in insgesamt 18 Städten um.

Der beim Austausch gezeigte Film „Schaffen wir das?“ ist auch online verfügbar:

Quelle: Stadt Arnsberg, Pressestelle | Foto: Frank Albrecht